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Reinigungsfirma gründen in Wien — Voraussetzungen, Kosten, Schritte

hausfeen.at Redaktion · 15.04.2026

Wer aus der Einzel-Selbstständigkeit eine Reinigungsfirma in Wien machen will, muss etwas mehr Strukturaufbau einplanen: Rechtsform, Mitarbeitende, Preiskalkulation. Dieser Ratgeber zeigt den Weg — für kleine 2–5-Personen-Teams ebenso wie für größere Strukturen.

Rechtsform wählen

Einzelunternehmen (EU)

  • Du haftest persönlich mit deinem Vermögen
  • Einfache Buchhaltung (E/A-Rechnung bis 700.000 € Umsatz)
  • Kein Gründungskapital
  • Ideal für 1–5 Mitarbeitende, überschaubares Risiko

GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung)

  • Haftung auf das Firmenvermögen beschränkt
  • Mindeststammkapital: 10.000 € (seit 2024), davon 5.000 € bar einzuzahlen
  • Gründungskosten: Notar, Firmenbuch, Steuerberater → ca. 1.500–3.500 €
  • Pflicht zu doppelter Buchführung (oder Steuerberater)
  • Ideal ab 5+ Mitarbeitenden, größere Aufträge, Büro-Kunden

OG (Offene Gesellschaft) / KG (Kommanditgesellschaft)

Für Partnerschaften zwischen 2+ Personen. Nicht so verbreitet wie EU oder GmbH.

Gewerbeanmeldung für die Firma

Das freie Gewerbe „Reinigung von Objekten aller Art" gilt auch für Firmen. Die Formalitäten:

  • Bei EU: Anmeldung auf dich persönlich (siehe Gewerbeschein Reinigung)
  • Bei GmbH: Gewerberechtlicher Geschäftsführer muss bestellt werden — das kann auch die Geschäftsführerin sein, aber es muss eine Meldung erfolgen
  • Anmeldung bei der MBA des Firmensitzes

Mitarbeitende anmelden

Sobald du Leute einstellst:

  • Dienstgeberkonto bei der ÖGK einrichten
  • Anmeldung VOR Arbeitsbeginn über WEBEKU (siehe Ratgeber Putzfrau bei ÖGK anmelden)
  • Kollektivvertrag: Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereinigung. Mindestlohn für Reinigungskräfte 2026 rund 12–13 € brutto/Stunde
  • Lohnverrechnung: meistens outgesourct (Steuerberater), Kosten ca. 30–60 €/Mitarbeiter/Monat
  • Haftpflichtversicherung: Firmenpolicen mit Mitarbeiterdeckung
  • Arbeitskleidung & Material: vom Arbeitgeber zu stellen (oder als Sachbezug abzuführen)

Preise kalkulieren

Im Unterschied zum Einzelbetrieb musst du jetzt Lohnnebenkosten, Overhead und Gewinn einrechnen. Faustregel für den Stundensatz, den du verrechnen musst:

  • Bruttolohn Mitarbeiterin: z. B. 13 €/Std
  • + Lohnnebenkosten (rund 30 %): 4 €
  • + Material, Fahrt, Overhead (25 %): 4 €
  • + Gewinn/Unternehmerlohn (20 %): 4 €
  • Mindest-Verrechnungssatz: 25 €/Std (+ ggf. USt)

Firmen verrechnen in Wien daher typisch 28–45 €/Std — je nach Segment und Größenvorteil.

Buchhaltung & Finanzamt

  • EU mit < 700.000 € Umsatz: Einnahmen-Ausgaben-Rechnung
  • GmbH oder > 700.000 € Umsatz: doppelte Buchführung
  • Umsatzsteuer: Normalfall 20 %, Kleinunternehmerregelung bis 55.000 € Umsatz
  • Körperschaftsteuer (KöSt) bei GmbH: 23 % (Stand 2026)
  • Lohnverrechnung: meistens monatlich, Jahresmeldungen

Kundenakquise für Firmen

Im B2B-Geschäft (Büros, Praxen, kleinere Hotels) funktioniert andere Akquise als im Privatsegment:

  • Direktakquise: Hausverwaltungen, Ärztekammer, WKO-Netzwerke
  • Referenzen: erste 3 Aufträge sauber dokumentieren — mit Foto-Vorher/Nachher + Kundenstimme
  • Angebote: persönliches Vor-Ort-Gespräch für individuelle Offerte
  • Plattform für Privatsegment: Firmenpaket auf hausfeen.at — zentrale Team-Verwaltung, gemeinsame Bewertungen, Stripe-Payout auf Firmenkonto

Typische Roadmap

  1. Monat 1–2: Rechtsform entscheiden, Gewerbe anmelden, Steuerberater suchen
  2. Monat 2–3: Erste Mitarbeiterin einstellen, Lohnverrechnung aufsetzen, Fahrzeug/Ausstattung
  3. Monat 3–6: Erste Aufträge, Prozesse standardisieren (Ablaufblätter, Checklisten)
  4. Monat 6–12: Team auf 3–5 Mitarbeitende aufbauen, Preise verfeinern, Referenzen sammeln
  5. Jahr 2: Stabiler Stamm von B2B-Kunden, ggf. Fuhrpark, eigene Materialversorgung

Typische Stolperfallen

  • Unterschätzen der Lohnnebenkosten: immer rund 30 % auf Bruttolohn aufschlagen
  • Kundenausfälle: Reserven für mindestens 2 Monate Miete + Löhne anlegen
  • Qualitätsprobleme mit Teamwachstum: standardisierte Checklisten und Stichproben einführen
  • Mitarbeiterfluktuation: faire Löhne über KV, klare Einsatzpläne, Prämien für Stammkunden-Zufriedenheit
  • Schwarz-Angebote von Konkurrenz: nicht mitmachen — das ruiniert den Markt und dich

Häufige Fragen

Lohnt sich eine GmbH für eine kleine Reinigungsfirma?
Ab 5+ Mitarbeitenden oder bei größeren B2B-Aufträgen ja. Unter 3 Mitarbeitenden reicht meist das Einzelunternehmen — weniger Bürokratie, niedrigere Gründungskosten.
Wie viel kostet die Gründung einer Reinigungsfirma?
Einzelunternehmen: 400–700 € für Gewerbe + erste SVS + WKO + Haftpflicht. GmbH: 1.500–3.500 € Gründungskosten plus 5.000 € eingezahltes Mindestkapital.
Was verdienen angestellte Reinigungskräfte in Wien?
Laut Kollektivvertrag 2026 rund 12–13 € brutto/Stunde. Bei 40 Stunden/Woche sind das rund 2.100 € brutto bzw. 1.600 € netto pro Monat.
Muss ich als Firma einen Geschäftsführer bestellen?
Bei GmbH ja (gewerberechtlicher Geschäftsführer, kann die Geschäftsführerin selbst sein). Beim Einzelunternehmen bist du automatisch die Inhaberin mit allen Rechten und Pflichten.
Kann ich als Firma auf hausfeen.at vertreten sein?
Ja — mit dem Firmenpaket kannst du dein Team zentral verwalten, alle Mitarbeitenden unter einer Marke positionieren und gemeinsame Bewertungen sammeln. Auszahlungen laufen aufs Firmenkonto.

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