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Stundenlohn als Putzfrau — wie viel kann ich verlangen?

hausfeen.at Redaktion · 15.04.2026

„Was darf ich als Reinigungskraft eigentlich verlangen?" ist eine der schwierigsten Fragen im Einstieg. Zu wenig — du verdienst nichts. Zu viel — keine Aufträge. Dieser Ratgeber zeigt, wie du deinen Stundenlohn in Wien 2026 realistisch kalkulierst und wie du ihn über die Zeit erhöhst.

Der Markt 2026 in Wien

Richtwerte auf hausfeen.at:

  • Einstieg (noch keine Bewertungen): 15–18 €/Std
  • Nach 3–6 Monaten + positive Bewertungen: 19–22 €/Std
  • Erfahren mit gutem Quality Score: 22–25 €/Std
  • Spezialistinnen (Grundreinigung, Airbnb): 25–30 €/Std
  • Premium (Langzeit-Stammkunden, eigene Premium-Produkte): bis 35 €/Std

So kalkulierst du deinen Mindestlohn

Was du NETTO verdienen möchtest, ist nur ein Bruchteil dessen, was du BRUTTO verlangen musst. Beispielrechnung für 25 Wochenstunden:

PostenMonat
Ziel-Netto-Einkommen1.800 €
Einkommensteuer (ca. 15 %)270 €
SVS (ca. 27 % des Gewinns)500 €
Betriebskosten (Versicherung, Fahrt, Material)200 €
Urlaubs-Puffer (4 Wochen/Jahr → 8 %)220 €
Benötigter Brutto-Umsatz2.990 €
Stunden pro Monat (25 × 4,33)108,3 Std
Mindest-Stundenlohn27,60 €

Für 1.800 € netto brauchst du also realistisch rund 28 €/Std. Bei niedrigeren Ansprüchen (z. B. 1.200 € netto) reichen 20 €/Std. Wichtig: rechne MIT Urlaub und Krankheitstagen, sonst stehst du am Jahresende im Minus.

Deinen Wert kommunizieren

Deine Preise sind gerechtfertigt, wenn du klar machst, was die Kundin dafür bekommt:

  • Zuverlässigkeit — kommst du wirklich immer?
  • Erfahrung — wie viele Jahre?
  • Qualität — arbeitest du gründlich, sind Stammkunden zufrieden?
  • Sprache — gute Kommunikation spart Missverständnisse
  • Extras — eigene hochwertige Reinigungsmittel, Spezial-Know-how
  • Legalität — Rechnung, Versicherung, Nachweis

In deinem hausfeen.at-Profil kannst du das alles unterbringen — Profilbild, Biografie, Bezirke, Services, Sprachen, Gewerbebadge.

Preise erhöhen bei Stammkunden

Wenn du seit 1+ Jahr für denselben Kunden arbeitest, ist eine Erhöhung um 1–2 €/Std angemessen. So machst du es professionell:

  • Kündige es 4–6 Wochen vorher an, idealerweise schriftlich (WhatsApp/E-Mail)
  • Begründe: „Die allgemeinen Kosten sind gestiegen (SVS, Material)"
  • Zeige den Marktwert: „Neue Aufträge bekommen in Wien aktuell X €/Std"
  • Biete Kontinuität: „Ich möchte gerne weiterhin bei euch arbeiten"

90 % der guten Kunden akzeptieren das problemlos. Wer ablehnt und abwandert, hat dich vielleicht unterbezahlt.

Typische Fehler beim Preissetzen

  • Zu niedriger Einstiegspreis aus Angst, keine Aufträge zu bekommen: Du positionierst dich als Billig-Anbieterin, schwer nach oben zu korrigieren
  • Keine Anfahrtszeit einrechnen: Wenn du 20 Min hin- und 20 Min zurückfährst, ist das Arbeitszeit — wer zahlt?
  • Material nicht einrechnen: Wer eigene Produkte mitbringt, verlangt 2–4 €/Std mehr
  • Urlaub nicht berücksichtigen: 4 Wochen ohne Einnahmen müssen irgendwo untergebracht sein
  • SVS & Steuern vergessen: Wer 22 €/Std nimmt und nichts rücklegt, steht im April mit 3.000 € SVS-Nachforderung da

Positionierung: wofür bist DU da?

Der Markt ist breit. Find deine Nische:

  • Premium-Haushalte: Gehobene Wohngegenden, 25–30 €/Std, weniger Aufträge aber höherwertig
  • Airbnb-Spezialistin: Fixpreise pro Wechsel (45–90 €), schnelle Turnarounds
  • Grundreinigungs-Expertin: Saisonale Spitzen, höhere Stundensätze (25–35 €)
  • Regelmäßige Haushalts-Hilfe: Fixpreise mit Stammkunden, gemütlich
  • Umzugsreinigung: Pauschalen, Spezialist für Endreinigung

Häufige Fragen

Wie viel verdiene ich bei 20 €/Stunde netto?
Grob ein Drittel geht in Steuern, SVS und Betriebskosten. Von 20 € Brutto bleiben dir ca. 13 € Netto. Bei 25 Wochenstunden sind das rund 1.400 € netto monatlich.
Wann kann ich meinen Stundenlohn erhöhen?
Nach 6–12 Monaten mit positiven Bewertungen ist eine Erhöhung um 2–3 €/Std angemessen. Wichtig: vorher ankündigen und begründen, nicht einfach die Rechnung erhöhen.
Ist 15 €/Stunde zu wenig?
Als Einstiegspreis okay, aber nicht langfristig tragfähig. Wer dauerhaft unter 18 €/Std arbeitet und SVS sowie Steuern zahlt, bleibt unter dem Existenzminimum.
Muss ich Anfahrtszeit berechnen?
Rechne sie in die Gesamtkalkulation ein. Offiziell pro Kunde getrennt ausweisen ist heikel — üblicher: einheitlicher Stundensatz, der die durchschnittliche Anfahrt abdeckt.
Wie reagiere ich, wenn Kunden den Preis drücken wollen?
Höflich, aber klar: „Mein Preis ist fair kalkuliert und liegt im Wiener Durchschnitt. Für weniger kann ich nicht wirtschaftlich arbeiten." Wer trotzdem drückt, ist meist kein guter Langzeit-Kunde.

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